Gut gerüstet statt überfordert. Notfallplanung im MuseumVerbandstag 2026 in Frankenberg (Eder)
Rund 100 Teilnehmende sind der Einladung des Museumsverbandes Hessen zum diesjährigen Verbandstag nach Frankenberg (Eder) gefolgt. In diesem Jahr wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung der Vorstand für die Wahlperiode 2026 bis 2030 gewählt. Am Nachmittag standen fachliche Impulse zur Notfallplanung im Museum im Mittelpunkt.
Mitgliederversammlung und Neuwahl des Vorstandes
Die Mitgliederversammlung am Vormittag bot einen umfassenden Einblick in die vielfältige Arbeit des Verbandes. Nach den Begrüßungsworten von Bürgermeisterin Barbara Eckes und Landrat Jürgen van der Horst richtete Staatsminister Timon Gremmels ein digitales Grußwort an die Anwesenden. Darin unterstrich er die hohe Bedeutung des Kulturgutschutzes angesichts klimatischer Herausforderungen und kriegerischer Bedrohungen. Zudem dankte er der Vorsitzenden Dr. Birgit Kümmel und dem Schatzmeister Dr. Markus Miller für ihr langjähriges Engagement im Verband.
Im Anschluss berichteten die Verbandsvorsitzende und die weiteren Vorstandsmitglieder über die Arbeit im Berichtszeitraum von September 2025 bis September 2026. Ausgewählte Schwerpunkte wurden vertieft und in den Kontext aktueller Entwicklungen gestellt.
Zum Abschluss wählten die Mitglieder den Vorstand für die Amtsperiode 2026 bis 2030. Neuer Vorsitzender ist Dr. Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Katharina Weick-Joch, Leiterin des Museums für Gießen, gewählt. Das Amt der Schatzmeisterin übernimmt Dr. Ulrike Sbresny, wissenschaftliche Leiterin des Freilichtmuseums Hessenpark.
Die Niederschrift der Mitgliederversammlung mit einem ausführlichen Tätigkeitsbericht folgt demnächst.

Gut gerüstet statt überfordert: Notfallplanung im Museum
Wie können Museen sich auf Notfälle vorbereiten, bevor es ernst wird? Dieser Frage widmete sich der Fachteil unseres diesjährigen Verbandstages.
Drei Impulsvorträge beleuchteten die Notfallplanung aus unterschiedlichen Perspektiven: von der praktischen Vorbereitung eines Notfallplanes im eigenen Museum über die Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr bis hin zur Unterstützung in Notfallverbünden.
In den anschließenden Gesprächsforen konnten die Teilnehmenden die Themen vertiefen, Fragen aus der eigenen Praxis einbringen und sich mit Kolleg*innen über Erfahrungen und Lösungsansätze austauschen.
Die Gesprächsforen
Notfallplanung an kleineren Museen

Dr. Bernd Breyvogel
Leiter des Heimatmuseums Pflaster 14 Endersbach
Im ersten Impulsvortrag teilte Dr. Breyvogel seine Erfahrungen aus dem Pilotprojekt „Notfallplanung an kleineren Museen“, in dessen Rahmen eine pragmatische Notfallplanung für das Heimatmuseum Pflaster 14 entwickelt wurde. Er stellte Wege vor, wie auch mit begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen im Ernstfall schnell Handlungsfähigkeit hergestellt werden kann.
Im Gesprächsforum standen vor allem praktische Fragen bezüglich des Einstiegs in die Notfallplanung, der verfügbaren personellen und materiellen Ressourcen, der Organisation von Notfallstrukturen sowie des Umgangs mit unterschiedlichen Anforderungen im Ernstfall im Mittelpunkt.
Kulturgutschutz aus Perspektive der Feuerwehr

Jan Seeberger
Sachgebietsleiter „Verbandsführerausbildung und klimawandelspezifische Einsätze“, Hessische Landesfeuerwehrschule Kassel
Jan Seeberger berichtete in seinem Impulsvortrag über Abläufe und den Stellenwert des Kulturgutschutzes aus Perspektive der Feuerwehr. Dabei ging er der Frage nach, welche Anforderungen sich daraus für Museen ergeben und wie Feuerwehr und Museum bereits im Vorfeld wirksam zusammenarbeiten können.
Im Gesprächsforum standen die Vorbereitung und Planung des Kulturgutschutzes im Einsatzfall im Mittelpunkt. Thematisiert wurden insbesondere die Priorisierung von Kulturgütern, die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Kultureinrichtungen sowie die Brand- und Evakuierungsplanung. Zudem ging es um praktische Maßnahmen wie Objekt- und Laufkarten, Schließsysteme, geeignete Löschmittel, Transport- und Aufbewahrungsmöglichkeiten sowie regelmäßige Übungen und Schulungen. Betont wurde, dass Menschenrettung immer Vorrang hat und der Schutz von Kulturgut durch frühzeitige Abstimmung und klare Abläufe vorbereitet werden muss.
Notfallverbünde – Gemeinsam für den Notfall vorbereitet

Dr. Micha Röhring
Co-Vorsitzender des Notfallverbundes Kassel und Nordhessen
Im letzten Impulsvortrag gab Dr. Röhring einen praxisnahen Einblick in die Organisation und Arbeitsweise eines Notfallverbundes. Er zeigte, welche Aufgaben ein solcher Verbund übernimmt, wie die Zusammenarbeit im Ernstfall funktioniert und auf welche Weise sich Kultureinrichtungen gegenseitig unterstützen können, um Kulturgut gemeinsam zu schützen und Schäden zu begrenzen.
Im Gesprächsforum zeigte sich ein hoher Informations- und Unterstützungsbedarf der Museen bezüglich Notfallplanung und Notfallverbünde. Im Fokus standen Fragen zu Einstieg, Ansprechpartnern, Kooperationen und konkreter Hilfe im Ernstfall. Als wichtige Grundlage wurde eine verbindliche Regelung von Zuständigkeiten und Unterstützung hervorgehoben. Gleichzeitig wurde deutlich: Notfallvorsorge lässt sich mit überschaubaren, gut geplanten Schritten zielorientiert umsetzen.
Eindrücke
Alle Fotos: Museumsverband Hessen, Fotografin: Aurelia Schulze: CC-BY-SA 4.0.
Downloads
Infomaterialien zum Verbandstag 2026
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